Arbeitskampf statt Fußball in Paris!

Solidarität mit den kämpfenden Genoss*innen in Frankreich – „Ich weiß nicht, warum die Deutschen solche Reformen aktzeptiert haben!“

In Frankreich möchte die Regierung unter Führung der Sozialdemokraten das Arbeitsrecht (Loi Travail) reformieren. Dabei sollen unter anderem die Wochenarbeitszeit verlängert (bis zu 60 Stunden), der Kündigungsschutz aufgeweicht, der Überstundenzuschlag verringert und Abfindungen bei betriebsbedingten Kündigungen drastisch reduziert werden. 

 

Unter dem Motto „Nuit Debout“ („Aufrecht in der Nacht“ o.a.: „Nachts wach“) versammeln sich seit dem März Student*Innen und Schüler*Innen, um gegen das neue Arbeitsrecht zu demonstrieren. Öffentliche Plätze wurden besetzt und die Demonstrant*Innen organisierten sich. Mehrfach versuchte die Polizei mit massiver Gewalt die Proteste im Keim zu ersticken, wodurch eine Vielzahl von Menschen verletzt wurde. Diese Proteste erfuhren eine starke Solidarisierung und breiteten sich auf alle großen französischen Städte aus. Mittlerweile haben sich verschiedenste Gewerkschaften und Arbeiter*Innen den landesweiten Protesten angeschlossen, bestreiken und blockieren ihre Betriebe (Häfen, Autobahnen, Bahnhöfe, Atomkraftwerke, usw.). Besonders von Arbeitsniederlegungen betroffen sind die Raffinerien, was nun zur Folge hat, dass viele Tankstellen geschlossen haben und und der hervorgerufene Treibstoffmangel sich auf das landesweite Transportwesen auswirkt. Ständiger Angriffspunkt militanter Aktionen aus den sogenannten „wilden Demonstrationen“ sind immer wieder Banken und Bankautomaten. Auch dies wirkt sich auf den Alltag aus und es herrschte bereits Bargeldmangel in großen Städten. Das Ziel der kämpfenden Arbeiter*Innen ist der Generalstreik und letzlich ein erfolgreiches Druckausüben auf die Regierung, damit die Arbeitsrechtsreform nicht verabschiedet wird.

Am 14.06. soll in Paris nun eine Großdemonstration stattfinden, zu der alle widerständischen Geister eingeladen sind. Der Aufruf sich den Demonstrationen in Frankreich anzuschließen bedeutet für Genoss*innen anderer Länder, ihre Solidarität mit den vor Ort Kämpfenden zu zeigen, Selbstorganisation zu lernen und diese mit ins eigene Land zu tragen. Dabei ist die Form der Unterstützung jedem*r freigestellt. Egal ob im antagonistischen, militanten (Black) Block oder als Teilnehmer*in einer von vielen anderen Versammlungen. Es sollte jedoch auch allen klar sein, dass die anwesenden Bullen versuchen werden die Versammlungen niederzuschlagen. Selbstschutzmaßnahmen finden sich in diversen anderen Aufrufen zu diesem Thema.

 

Loi Travail verhindern – Kämpfe verbinden – Soziale Revolution ist JETZT!
We have neither an identity nor a past to defend, but just an open process to storm the present.
Neuigkeiten aus Frankreich gibt es übersetzt auf Johhhnys Blog, FrankreichNews & Labournet. Reisehinweise, Schlafplatzbörse & Informatives siehe Indymedia.

Wer es nicht schafft nach Frankreich zu fahren, kann am 14.06. nach  Leipzig auf den Augustusplatz, um sich solidarisch zu zeigen und gegen die geplante Hartz4-Reform in Deutschland zu demonstrieren. Weiterhin gibt es die Möglichkeit sich in Dresden der Solidaritätsdemonstration der FAU anzuschließen.

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